Dienstag, 28. April 2015

Das Kind als Sakrament – Geheimnis, Zeichen, Werkzeug, Heil

Ein Kind ist mehr als es selbst. Wie jeder Mensch lässt es etwas ahnen von der Größe des Schöpfers und der Schönheit seiner Welt. Und am Kind treten für Gläubige (und bisweilen auch für Ungläubige) beide, wundersame Schöpfergröße und überwältigende Weltschönheit, besonders leuchtend hervor.

Freitag, 24. April 2015

Erde und Dichte - Tod und Auferstehung in John Williams' "Stoner"

William Stoner stirbt in diesem Roman viele Tode. Mobbing, Ehekrach, Entfremdung vom Kind, eine zerstörte Romanze und vieles mehr. Außerdem beginnt und endet alles mit dem Tod des Protagonisten. Vom Tod her und auf ihn hin wird der ganze Roman entwickelt. Aber dazwischen erscheinen auch einige (wenige) Auferstehungserfahrungen.

Montag, 20. April 2015

Spiritualität der Nichtgleichgültigkeit – Gegen das Flüchtlingssterben

Wenn ich die Nachrichten höre, wird mir schlecht. Ich kann nur schwer aushalten zu hören, wie viele Menschen wieder und wieder im Wasser vor Europa umkommen und wie abgebrüht und weichgekocht die Reaktionen der zuständigen Politiker sind.
Die todbringende Devise heißt augenscheinlich: Schleuser bekämpfen anstatt Menschen zu retten.

Samstag, 18. April 2015

Zeugen der Auferstehung im Bild

Und noch einmal Bilder. Sie wollen die Begegnung mit dem jungen Mann in weißem Gewand (Mk 16,5) oder mit Jesus selbst (Joh 20,24ff) darstellen und wurden auch von Schülerinnen und Schülern gestellt und von mir bearbeitet (so wie hier und hier).
Das Sonntagsevangelium (Lk 24,35-48) schließt an das Emmausevangelium an und berichtet von einer weiteren Erscheinung des Auferstandenen. Am Ende bekommen die Anwesenden es noch einmal klipp und klar zugesagt: "Ihr seid Zeugen dafür." (v48)

Dienstag, 14. April 2015

JosephsReligion – Der Monotheismus Abrahams bei Thomas Mann

Das Romanepos "Joseph und seine Brüder" von Thomas Mann sei hier unbedingt empfohlen. Neben der titelgebenden Konstellation geht es darin unter anderem auch um die Vorfahren Josephs und um die Entwicklung des Ein-Gott-Glaubens dieser frühen Gläubigen und Vorfahren der Juden und Christen.

Samstag, 11. April 2015

Die Wunden Gottes berühren - Tomáš Halík und der Apostel Thomas

Das heutige Evangelium (Joh 20,19-31) steht mit der Erzählung vom zweifelnden Thomas traditionell im Zeichen derer, die angesichts der Auferstehung Jesu nachhaken, die daran zweifeln oder gar nicht glauben können.
Aber der Evangelientext hat noch eine weitere Pointe, die der tschechische Priester, Professor und Psychologe Tomáš Halík in seinem Essayband "Berühre die Wunden" aufnimmt und erläutert.
Vor einigen Tagen sprach er auch bei einer Veranstaltung in der Katholischen Akademie Berlin und bot dort auch einige Thesen aus seinem Bestseller "Geduld mit Gott" dar, in dem er einige originelle Gedanken zu Atheismus und zweifelnde Distanz zu Gott referiert. Das Folgende schließt sich an diese Überlegungen an.

Donnerstag, 9. April 2015

Die Wunden zeigen - "Das verschwundene Museum" im Bode-Museum

Zerstörtes Gesicht. Bode-Museum, Berlin, 2015.
Krieg tangiert immer auch die Kunst. Die Zerstörungen von jahrtausendealten Kulturgütern durch die IS-Terroristen im Nahen Osten zeigen dies ebenso wie die Streitigkeiten um mögliche Restituierungen bei der Sammlung Gurlitt und in staatlichen Sammlungen. Im letzten Jahr zogen zudem die "Monuments Men" von George Clooney durch die Kinos und versuchten, Kunstwerke vor dem Krieg und den Nazis zu retten.
Im Berliner Bode-Museum wird seit einigen Tagen in einer beeindruckenden Ausstellung gezeigt, welche Verluste der von deutschem Boden ausgehende Krieg den Berliner Skulpturen- und Gemäldesammlungen zugefügt hat.

Montag, 6. April 2015

Der Emmausgang ist eigentlich ein Liturgieablauf

Dass die Geschichte der beiden Emmausjünger (Lk 24,13-35) die urchristliche Gemeinde für die Gegenwart Christi in der eucharistischen Feier sensibilisieren sollte, dürfte nachvollziehbar oder bekannt sein. Die Jünger, die Jesus beim Brotbrechen erkennen (v35), stehen für alle Christen, die sich zu dieser Feier versammeln; auch die heutigen Christen können dieses Offenhalten für die Gegenwart Gottes unter sich aus dem Text mitnehmen.
Aber wenn man die Geschichte genauer liest, lässt sich in ihrer Komposition außerdem der Ablauf eines typischen Gottesdienstes erkennen.

Sonntag, 5. April 2015

Erhebet die Herzen - Der Herr ist auferstanden!

Halleluja! Der Herr ist mit uns, er ist lebendig und erhebt unsere Herzen zu ihm. Bei ihm sind unsere Herzen und so singen wir voller Dank und freuen uns in ihm, wie es der Gegenwart des lebendigen Gottes unter uns würdig und angemessen ist.
Was in der Eucharistiefeier als liturgischer Dialog das Hochgebet einleitet, verbirgt manchmal etwas die jubelnde Fülle der christlichen Freude angesichts der Auferstehung, die da gefeiert wird. Das neue Leben wirkt ja schon in uns, es gestaltet uns um, wir feiern es und bekommen immer wieder Anteil an diesem Leben Christi in der Teilnahme am eucharistischen Mahl.

Freitag, 3. April 2015

Nacht auf Erden - Charles Péguy zum Tod Jesu

In seinem großen Hymnus "Das Tor zum Geheimnis der Hoffnung" schließt Charles Péguy mit einem Lied Gottes an die Nacht. In der biblischen Tradition hat die Nacht vielfältige Bedeutungen: die Nacht des Auszugs aus Ägypten, die Nacht der Geburt Jesu, die Nacht des Verrats, die Nacht der Auferstehung. In Péguys kraftvoller Sprache und in der Frömmigkeit des beginnenden 20. Jahrhunderts lässt Gott sich von der Nacht erinnern an seine Schöpfung und an seinen Sohn:

Donnerstag, 2. April 2015

Jünger werden - Abendmahl auf der Straße

Heute habe ich an einer Straßentheater-Aktion teilgenommen. Auf öffentlichen Plätzen in Berlin entstand das Letzte Abendmahl in der bekanntesten Bildversion nach Leonardo da Vinci als Standbild.

Das ist eine Erfahrung, die sehr in die Tiefe führen kann: Wir sind Jesus durch die Straßen Berlins gefolgt, Aprilhagel hat uns frösteln lassen, das Brot haben wir mit ihm gemeinsam gegessen, aufgebrochen sind wir nach der Ankündigung des Verrats.