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Samstag, 12. Mai 2018

Gott ist weg – was nun? Eine Gemeindepredigt.

Gott ist weg.
Das ist die Situation, in der sich die Jünger zwischen Himmelfahrt und Pfingsten befunden haben.
Ich weiß nicht, ob Sie sich in die Lage hineinversetzen können, in der sich die Jünger befunden haben müssen, nachdem Jesus zuerst verhaftet wurde, dann am Kreuz gestorben war und schließlich zu Himmelfahrt gänzlich verschwand.
Der Lebensmittelpunkt der Jünger war damit verschwunden. Monate- oder sogar jahrelang waren sie mit Jesus durch Galiläa und Judäa gelaufen, hatten dafür ihre Familien verlassen und sich ganz auf dieses neue Leben des Messias eingestellt. Und nun ist er weg, auf den Schock seines Todes folgte zunächst der Schock seiner Auferstehung, aber selbst darauf aber hatten sie sich eingelassen. Aber nun ist er weg. Keine Erscheinungen mehr, kein Brotbrechen mit dem Auferstandenen, keine Sicherheit, dass da überhaupt jemand ist.

Dienstag, 8. Mai 2018

"Niemals im Leben vergessen". Heinrich Bölls Kriegsende

Im Mai 1945 muss es wieder sehr kalt gewesen sein.
Noch am 01. Mai notiert Heinrich Böll in seinem Tagebuch "Schnee-Morast"1 für sein Kriegsgefangenenlager in Attichy nordöstlich von Paris.

Dementsprechend fühlt sich der spätere Literat auch: "Kälte, Schmutz Elend, Hunger und Jammer, Jammer!"2 sind die Stichworte während dieser Zeit, die er wie alles in seinen Tagebüchern in äußerst knappen Worten festhält. Diese Schlaglichter beschreiben nichts, sie deuten nur auf das, was die hauptsächlichen Emfindungen gewesen sein müssen. Besonders der Hunger zieht sich seitenlang als immer wiederkehrende Notiz über die Seiten jener Wochen.

Freitag, 4. Mai 2018

"Nihil esse respondendum". Kommunionempfang und Ambiguitätstoleranz

Das Buch der Stunde stammt von dem Islamwissenschaftler Thomas Bauer. 
Jedenfalls liefert es entscheidende Hinweise für das Verstehen der Vorgänge um die Handreichung der Deutschen Bischofskonferenz zum Kommunionempfang für nichtkatholische Ehepartner in einer gemischtkonfessionellen Ehe.

Kurz zur Vorgeschichte: Im Februar hatten die Deutschen Bischöfe ein Dokument erarbeitet, in dem die Möglichkeit zur Spendung der Kommunion in diesem Kontext eröffnet wurde. Einige Bischöfe (unter ihnen Rainer Maria Woelki, Rudolf Voderholzer, Stefan Oster) wandten sich, unzufrieden mit der Entscheidung der Mehrheit der DBK und in Angst um "Glaube und Einheit der Kirche", an den Vatikan und baten um Klärung, ob eine solche Entscheidung überhaupt in der Kompetenz einer Bischofskonferenz liege.

Mittwoch, 25. April 2018

Kreuze für Bayern und Kippa für alle. Zwei religiöse Symbole im öffentlichen Raum

In zwei ganz unterschiedlichen Kontexten sind religiöse Symbole in den letzten Tagen wieder Gegenstand gesellschaftlicher Debatten geworden. Zum einen die Attacke auf einen kippatragenden Israeli im Prenzlauer Berg in Berlin durch einen Palästinenser, zum anderen durch die Anordnung, dass in bayerischen Behörden demnächst verbindlich Kreuze hängen sollen.

Einmal geht es um die privaten Ausdruck der persönlichen Religiosität, eine Einzelperson nimmt also ihr Recht auf freie Religionsausübung in Anspruch1 und wird deshalb angegriffen; einmal geht es um die Geste eines sich religiös-weltanschaulich neutral definierenden Staates, der sich augenscheinlich in einer religiösen Tradition verorten will.

Mittwoch, 18. April 2018

Neues von Tieren und Menschen und Gott. Texte von J.M. Coetzee und Monika Maron

Menschen und Tiere haben mehr gemeinsam, als viele von uns, besonders von uns Fleischessern, wahrhaben wollen.
Zugleich sind sie nach christlicher Überlieferung stark voneinander unterschieden, ist der Mensch bestimmt, über das Reich der Tiere und Pflanzen zu herrschen (vgl. Gen 1,26.28).
Diese beiden Meinungen müssen sich nicht ausschließen. Aber Menschen, die eine dieser Meinungen vertreten, neigen dazu, die Unhaltbarkeit der je anderen Meinung zu betonen. Oder sie wenigstens nicht mehr hören zu müssen.
Hinter diesen Meinungen verbirgt sich auch die umfassendere Frage nach der Stellung des Menschen in der Welt, nach seiner Würde und seiner Aufgabe.

Zwei aktuelle Romane bieten für beide Meinungen prägnante Texte an.

Freitag, 6. April 2018

Die Trauerarbeit des Apostels Thomas

Ich stelle mir den Apostel Thomas als einen Menschen vor, der gut zu trauern gelernt hat.

Denn den anderen Jüngern ließe sich ohne Weiteres unterstellen, sie hätten mit dem Verlust ihres Meisters nicht fertig werden können und befänden sie sich in den Tagen nach Ostern im Zustand des Nicht-wahrhaben-Wollens. So nennt die Psychotherapeutin Verena Kast die Phase des Trauerprozesses direkt im Anschluss an den Tod eines geliebten Menschen.1
Mit dem Tod Jesu, so könnte den Jüngern unterstellt werden, vermögen sie sich nicht abzufinden, weshalb sie Jesu erneute Gegenwart imaginierten.
Die Gestalt des Thomas widerspricht einer solchen Deutung der Auferstehungsbotschaft.

Mittwoch, 4. April 2018

Peinlicher Osterglaube oder: "ein verwandeltes Weinen"

Wie sie sich geschämt haben müssen!
Weggelaufen waren sie, hatten sich verkrochen und waren tagelang nicht mehr aufgetaucht, um auch ja nicht mit ihm in Verbindung gebracht zu werden, hatten abgestritten, mit ihm unterwegs gewesen zu sein und bisweilen sogar geleugnet, ihn überhaupt zu kennen.

Und nun steht er da, mitten unter ihnen, als Lebendiger!
Grüßt sie, wünscht ihnen Frieden!
Wie peinlich!

Freitag, 30. März 2018

Karfreitag. Von einem, der die Schulden übernimmt.

Am Karfreitag ist keine lange Predigt vorgesehen. Die Texte und die Liturgie wirken für sich.
Zugleich wird hier das Zentrum des christlichen Glaubens gefeiert und da wäre es doch schade, wenn es keine Erläuterungen gibt. Darum einige wenige Gedanken.

Stellen Sie sich vor, Sie haben einen Haufen Schulden. Ich weiß, gerade hier im Gefängnis werden viele sich das sehr leicht vorstellen können und schon bei dem Gedanken Herzrasen bekommen. Die Anderen kennen es mindestens aus der Nähe. Anwalts- oder Gerichtskosten, Schulden wegen des Tabakkonsums ohne vorherigen Einkauf, Privatinsolvenz, Geldstrafen und so fort.
Fast alle der Männer, mit denen ich spreche, kennen dieses Problem, Schulden zu haben.
Aber niemand spricht gern darüber.
Es ist peinlich, es ist schweißtreibend, es ist versklavend und zermürbend, es sitzt einem ständig im Nacken. Ein ekelhaftes Gefühl, dass immer irgendjemand etwas haben will von mir.

Samstag, 24. März 2018

Palmsonntag – Memento des Zweifels und der Zwiespältigkeit

Seit Zehntausenden von Jahren sind Menschen religiöse Wesen und suchen nach dem Göttlichen. Die archaischen Religionen verehren es in heiligen Bäumen, an heiligen Bergen, in herausragenden Wetterphänomenen, in den verstorbenen Ahnen, in Tieren und in vielen anderen Dingen.
Glaubt man den Historikern, so finden sich auch in den Ursprüngen der jüdischen Religion Hinweise auf die Entwicklung der Verehrung ihres Gottes als Berg- und Wüstengottheit.
Später findet Israel seinen Gott in der Erfahrung der Befreiung aus der ägyptischen Knechtschaft, erlebt ihn als Gesetzgeber und sogar als eifersüchtigen Gott, der alle anderen Religionen vernichtet sehen will.
Davon berichten die Geschichtsbücher des Alten Testaments. Israels Gottesbild ist im Wandel – aber es verfestigt sich immer mehr in eine bestimmte Richtung. Gott ist nur noch unter bestimmten Gegebenheiten zu finden.

Dienstag, 20. März 2018

Das Kreuz: Schande und Lichtblick zugleich.

"... das Wort vom Kreuz ist denen, die verloren gehen, Torheit; uns aber, die gerettet werden, ist es Gottes Kraft. ... Die Juden fordern Zeichen, die Griechen suchen Weisheit. Wir dagegen verkündigen Christus als den Gekreuzigten: für Juden ein empörendes Ärgernis, für Heiden eine Torheit, für die Berufenen aber, Juden wie Griechen, Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit.
Denn das Törichte an Gott ist weiser als die Menschen und das Schwache an Gott ist stärker als die Menschen. ... das Törichte in der Welt hat Gott erwählt, um die Weisen zuschanden zu machen, und das Schwache in der Welt hat Gott erwählt, um das Starke zuschanden zu machen. Und das Niedrige in der Welt und das Verachtete hat Gott erwählt: das, was nichts ist, um das, was etwas ist, zu vernichten, damit kein Mensch sich rühmen kann vor Gott."
(1Kor 1,18.22-25.27-29)

1
In unserer Kultur sind Kreuzabbildungen immer noch an vielen Stellen gegenwärtig. Auf Kirchtürmen und Friedhöfen, als Tätowierung und Kettenanhänger, beim Roten Kreuz und in manchen Gerichtssälen.
Ich persönlich finde das einerseits gut, weil es die überlieferte christliche Kultur markiert, andererseits halte ich es für problematisch, dass das Kreuz so präsent ist, wenn gleichzeitig kein inneres Verständnis für seinen Inhalt vorhanden ist.

Samstag, 17. März 2018

Wenn das Weizenkorn in die Erde fällt und verschimmelt. Gefängnis und Evangelium

Das Gefängnis, denke ich oft, ist kein guter Boden für einen Menschen, der dorthin kommt.

Die Langeweile, die Versuchungen, Drogen zu nehmen, die teilweise unangenehmen Nachbarn, das Empfinden von Willkür durch "das System", der Abbruch vieler Kontakte nach draußen, die Entbehrung sinnvoller Tätigkeiten, die weitgehende Unklarheit, wann Erleichterungen möglich sind, die ewiggleiche Rhythmus der Tage, die größtenteils herrschende Entmündigung und viele andere Dinge führen dazu, dass die wenigsten Menschen sich gut entfalten können.

Der bekannte Satz aus dem Evangelium des Sonntags (Joh 12,20-33), nachdem das Weizenkorn in die Erde fallen und sterben müsse, damit es Frucht bringen kann (Joh 12,24), birgt in sich viele ungenannte Voraussetzungen und eine Menge möglicher Abwege.
Am Beispiel des Gefängnisses möchte ich zwei nennen.

Freitag, 16. März 2018

Das Sterben spüren 4 – William Goldings "Pincher Martin"

1 Kampf im Wasser
Ein Seemann ertrinkt während des Zweiten Weltkriegs irgendwo inmitten des Atlantiks.

"Er kämpfte nach allen Seiten zugleich, Mittelpunkt eines sich windenden, um sich schlagenden Knotens, der sein eigener Körper war. Es gab kein Oben und kein Unten, nicht Licht noch Luft. Er spürte, wie sich sein Mund selbsttätig öffnete, hörte, wie das Wort im Schrei herausbrach.
'Hilfe!'

Mittwoch, 14. März 2018

Lebensvermehrung, Stabilität, Aushalten. Tagungsgedanken zur "Kirche im Justizvollzug"

Von Berlin aus war es eine weite Reise bis an den Rand des Taunus, um zur Tagung "Kirche im Justizvollzug" zu gelangen. Für mein Befinden ist auch die innere Reise weit: aus dem pastoralen Alltag im Gefängnis zur Begegnung und zum Austausch mit anderen SeelsorgerInnen, die im deutschen (und österreichischen) Justizvollzug arbeiten.
Denn das alltägliche Geschäft der Gefängnisseelsorge mit seinen Gipfeln, Hängen und Klippen mache ich doch größtenteils mit mir selbst aus, während es in diesen Tagen zu neuen Anregungen kommt und gemeinsame Reflexion meinen Horizont erweitert.
Ein theoretischer und zwei eher praktisch orientierte Gedanken, die ich mitnehme und mir der Einfachheit halber hier aufschreibe.

Samstag, 10. März 2018

Das Sterben spüren 3 – Mariana Lekys "Was man von hier aus sehen kann"

"Vier Stunden lang, bis der Morgen dämmerte, warf sich Selma in ihrem Bett hin und her, vier Stunden erkannte sie uns nicht und dann doch wieder, und in dem letzten Moment, in dem sie uns erkannte, nahm sie meine Hand, und ich legte meinen Finger auf ihr Handgelenk, auf ihren Puls, wie früher. Selmas Puls ging schnell, die Welt ging schnell, bevor sie gleich stillstehen würde."1

So stellt sich das Sterben von Selma, Großmutter der Ich-Erzählerin und eine der tragenden Figuren in Mariana Lekys Roman, von außen dar.
In ihrem Bett liegt sie, fiebernd, nach ihrem Sohn verlangend und umgeben von vielen Menschen, die sie lieben, dabei pendelnd zwischen anwesend und abwesend sein in der sie umgebenden Welt. So wie Leky es beschreibt, wird das Sterben wohl häufig von außen wahrgenommen.

Im Inneren der Sterbenden aber, erzählt Leky, spielt sich noch etwas ganz anderes ab.

Samstag, 3. März 2018

Zentrumsverschiebung und Doppelpassion – Predigt zur Tempelreinigung Joh 2,13-25

Das Johannesevangelium macht es seiner Hörer- und Leserschaft nicht leicht. Genau genommen ist es ziemlich unverschämt, wie viele verschiedene Gedanken da in einer kurzen Textstelle zusammengepfercht und uns hingeworfen werden.
Im heutigen Abschnitt (Joh 2,13-25) ist die Rede vom Tempel und seinem Abriss, von einem wütenden Jesus, seinem Tod und seiner Auferstehung, von raffgierigen Händlern und argwöhnischen Kritikern, vom "Menschen" allgemein und von "den Juden" im besonderen.

Um hier etwas mehr Verstehen zu ermöglichen, möchte ich ein paar Verständnisschneisen schlagen, damit klar wird, worum es eigentlicht geht.

Dienstag, 27. Februar 2018

Augenfasten. Eine Anregung im Gefängnis (und anderswo)

"Jeder, der eine Frau ansieht, um sie zu begehren, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen.
Wenn dich dein rechtes Auge zum Bösen verführt, dann reiß es aus und wirf es weg!
Denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verloren geht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird." (Mt 5,28-29)

Eine Aussage, die es in sich hat! Jesus, der sie in der Bergpredigt ausspricht, macht damit klar, dass es nicht immer ganz furchtbare Dinge sein müssen, die uns von Gott oder von einander entfernen. Manchmal reicht ein Blick.

Freitag, 23. Februar 2018

Das Sterben spüren 2 – John Williams' "Stoner"

Einer der traurigsten Romane, die ich in den letzten Jahren las, endet passenderweise mit einer langen und tiefgehenden Sterbeszene.

Der in den letzten Jahren wiederentdeckte John Williams hat mit "Stoner" die Geschichte eines überraschend aus einer bildungsfernen Bauernfamilie aufgestiegenen Literaturdozenten geschrieben.
Trotz seiner sicheren Stelle an einer Provinzhochschule ist Stoner nicht angekommen im erfüllten Leben, durch akademische Triebe ebenso wie seine unglückliche Ehe steht er eher am Rande und nimmt die Entwicklungen seiner Umwelt eher aus der Distanz wahr.
John Williams hat dafür eine eindrückliche Sprache gefunden, die in der Beschreibung des Sterbens aus Stoners eigenem Blickwinkel zu ihrem verdichteten Höhe- und Endpunkt gelangt.

Donnerstag, 22. Februar 2018

Ehe als Hauskirche. Ökumenische Mahlgemeinschaft inklusive?!

Endlich einmal eine gute Nachricht! Zukünftig soll es in Einzelfällen möglich sein, dass ein gemischtkonfessionelles Ehepaar in Deutschland gemeinsam zur Eucharistie gehen kann. Dass die Deutsche Bischofskonferenz hierzu eine pastorale Orientierungshilfe entwickelt, ist an der Zeit und äußerst löblich.
Was Papst Franziskus den einzelnen Paaren aus verschiedenen Konfessionen schon 2015 bei seinem Besuch in der evangelischen Gemeinde in Rom gesagt hat, nämlich: "Sprecht mit dem Herrn und geht weiter. Ich wage und vermag nicht mehr zu sagen." findet nun endlich auch eine kirchenamtliche Wegleitung, die über das nur individuelle Entscheiden hinausgeht und damit allen in diesem Feld Handelnden eine größere Sicherheit geben kann.

Dienstag, 20. Februar 2018

Das Sterben spüren 1 – Michael Köhlmeiers "Der Mann, der Verlorenes wiederfindet"

Während sich in der Natur das Leben langsam wieder zu regen beginnt, erinnert die Christenheit in den Wochen vor Ostern an das Sterben. Genauer gesagt an Jesu Sterben.
Denn die Fasten- oder Passionszeit hat mit dem Hineinspüren in das Leiden Jesu zu tun, mit dem geistlichen Mitgehen seines Sterbens. Viele Lieder, Prozessionen und Andachten, Bilder und Statuen legen durch die Frömmigkeitsgeschichte hindurch ein lebendiges Zeugnis von dem Wunsch ab, Jesu Sterben näherzukommen.

Allein, wie Jesus diesen seinen Tod innerlich verspürt hat, wir wissen es nicht. Nur die Überlieferung seiner letzten Worte, sieben an der Zahl, lässt uns verschiedenste Regungen vermuten – von Vertrauen und großherziger Vergebung über letzte Übergangsregelungen bis hin zu körperlicher Not und schierer Verzweiflung.
(Mit anderem Akzent habe ich dem hier schon einmal unter dem Thema "Gekreuzigt" nachgespürt und Andeutungen und Abwandlungen beispielsweise bei Amos Oz, Antoine de Saint-Exupèry und Batman gefunden.)

Donnerstag, 1. Februar 2018

Erfüllung mit langem Anlauf. Ein Gedanke zum Fest der "Darstellung des Herrn"

Das heutige Fest feiert die Erfüllung einer Verheißung. Es ist die alttestamentliche Verheißung eines von Gott gesandten Retters.
Symbolisch für diese Hoffnung stehen Simeon und Hannah, die beiden Alten, denen die Eltern Jesu mit ihrem Kind im Tempel begegnen.
In diesem Tempel, dem zentralen Kultort der jüdischen Religiosität, finden die Alten und mit ihnen die von alters her überlieferten Traditionen und Sehnsüchte einen neuen Zielpunkt – in diesem Kind Jesus. Der Evangelist Lukas, dessen Texte und Theologie dieses Fest prägen (Lk 2,22-40), zeigt, dass das Alte an sein Ziel gekommen ist, indem es über die Maßen erfüllt wird.

Als Christen leben wir nun eigentlich in dieser Überfülle göttlicher Zuwendung, die uns in Jesu Leben, Sterben und Auferstehen geschenkt wurde.
Aber unser Lebensgefühl ist eben nicht, dass wir ständig aus der Überfülle Gottes leben würden. Es besteht aus Trägheit, Schwäche, nervendem Alltag, manch kleiner Freude und ein bisschen Glück.