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Samstag, 31. März 2018

Liebe bis zum Tod – Liebe bis ins Leben. Ostergedanken

"Warum guckst du zu mir?"
So fragte meine Tochter neulich, als ich sie nach dem Zu-Bett-Bringen noch anschaute.
"Weil ich dich liebhabe", habe ich geantwortet.

Und vielleicht ist in einem solchen Satz auch etwas zum Verständnis des Osterfestes ausgesagt. Denn wie ein liebevoller Vater (und ein solcher bemühe auch ich mich zu sein), so schaut Gott voller Liebe auf uns, egal wo und in welchem Zustand wir uns gerade befinden.

Was heißt es aber, wenn jemand einen anderen liebt? Es gibt einen wundervollen Satz von dem Philosophen Gabriel Marcel, der das expliziert: „Einen Menschen lieben heißt sagen: Du wirst nicht sterben.
Genau das ist es ja, was Liebe will: dass es dem Anderen gut geht, dass er lebt und nicht sterben muss.

Montag, 12. März 2018

Lass Dir helfen! vs. Du schaffst das! Gnadentheologie und Erziehung

In der erzieherischen Interaktion mit Kindern, noch dazu den eigenen, stellt sich mir als Theologen immer mal die Frage, welches Gottes- und Menschenbild ich denn durch mein praktisches Handeln vermittle. Konkret formuliert: Wie müssten meine Kinder sich Gott vorstellen, wenn sie (unbewusst) Maß nehmen an meinem Eingehen auf sie und diese Erfahrungen auf ihr Gottesbild übertragen?
Damit will ich natürlich keine quasigöttliche Anmaßung vornehmen, sondern gehe einfach davon aus, dass menschliche Beziehungserfahrungen Einfluss haben auf unsere Vorstellungen von Gott – im Guten wie im Schlechten.

Samstag, 6. Januar 2018

Warum meine Kinder nicht getauft sind. Ein Beitrag zum Fest der Taufe des Herrn

Es war das kirchenpolitische Aufregerthema der letzten Tage: In Berlin werden die Christen immer weniger. Nur noch 25% der Berliner gehören einer der beiden großen Kirchen an.
Ich gebe zu - auch ich bin mit schuld daran.
Denn auch meine Kinder sind nicht getauft.

Dazu ein paar Worte:
Ja, es hat auch damit zu tun, dass meine Frau nicht katholisch ist. Wahrscheinlich wären die Kinder einfach getauft worden, wenn es anders wäre.
Doch würde meine Frau selber es jetzt vorschlagen, wäre ich wahrscheinlich dagegen.
Denn es gibt eine Reihe theologischer Gründe gegen die Kindertaufe, die ich, je mehr ich mich mit ihnen beschäftige, immer überzeugender finde.

Freitag, 5. Januar 2018

Sie knien vor dem Kleinsten. Erscheinung des Herrn

Das Knien fasziniert mich schon längere Zeit, wie auch auf diesem Blog schon zu lesen war.
Am heutigen Fest der Erscheinung des Herrn hören wir, wie die weisen Männer vor dem Kinde knien. Nach ihrem weiten Weg aus dem Osten und mit dem Umweg über den Königspalast in Jerusalem waren sie in Bethlehem angekommen. Sie hatten einen König erwartet - und ein Kind armer Leute gefunden.

Sonntag, 24. Dezember 2017

Weihnachten ist eine Heilungsgeschichte. Predigt im Gefängniskrankenhaus.

Engel vor der Tür.
Stella Maris, Binz (Rügen), 2016.
Weihnachten ist eine Geschichte von Heilung.
Gott will uns heilen. Es ist sein Weihnachtsgeschenk an uns, dass wir geheilt werden.
Und es ist zugleich der einzige und wahre Grund der Menschwerdung: dass wir geheilt werden.

Allerdings nicht in körperlicher oder psychologischer Hinsicht.
So wichtig das körperliche und psychische Heilwerden ist, Gottes Heilung geht tiefer, sie umfasst den ganzen Menschen.
Denn Gott heilt die Wunden des Menschseins – indem er selbst Mensch wird. Dazu gleich noch mehr.

Und Heilung ist Arbeit – aber nicht wir müssen diese Arbeit erledigen. Vielmehr ist es hier ähnlich wie in der Medizin – manche Krankheiten können die Selbstheilungskräfte des Körpers nicht allein besiegen – dann braucht es Hilfe von außen.
Genau das tut Gott in seiner Menschwerdung, er tritt dort an die Stelle der fehlenden Kräfte, wo es eine Heilung braucht.
Wir kennen das beispielsweise von der Dialyse, wenn die Niere nicht mehr entgiften kann und eine Maschine dafür einspringen muss.

Was macht nun diese Heilung aus? Ich nenne drei Aspekte.

KinderStück 24 – Gott im Kind verstehen

Der Jesuit Alfred Delp wurde im Rahmen der Verhaftungen nach Stauffenbergs gescheiterten Attentat auf Hitler verhaftet und über längere Zeit in der Haftanstalt Berlin-Tegel inhaftiert.
Vor seiner Hinrichtung am 02. Februar 1945 in Berlin-Plötzensee konnte er den Kontakt mit Mitbrüdern, Unterstützern, Freunden durch seine vom Tegeler Gefängnispfarrer Harald Poelchau geschmuggelten "Kassiber" halten.
Am 22. Dezember 1944 schreibt er:

Freitag, 22. Dezember 2017

KinderStück 22 – "Mister Gott liebt dich innen drin"

Ein irischer Mathematiker findet ein Kind auf der Straße und schreibt ein Buch darüber – "Hallo Mister Gott, hier spricht Anna" (unrsprünglich von 1974) ist eine Hommage an das kindliche Staunen und eigenwillige Schlussfolgern. Die alltäglichen Erlebnisse von Fynn (Pseudonym des Autors) und Anna sind legendär geworden.
In einer Episode geht es um die Relationen zwischen unendlich unterschiedlichen Größen. Beim Blick durch das Mikroskop hat Anna Mikroorganismen entdeckt:

Donnerstag, 21. Dezember 2017

KinderStück 21 – Nähe suchen, Ferne suchen

Walter Benjamins berühmte Skizzen über eine bürgerliche "Kindheit in Berlin" sind prägnant eingefangene Beobachtungen und Reflexionen. Das Büchlein umfasst 37 Kurztexte, darunter auch die anderthalbseitige Miniatur "Das Karussel".
Erlebnisbeobachtung, Gefühlsbeschreibung und Bildhaftigkeit verschränken sich hier:

Mittwoch, 20. Dezember 2017

KinderStück 20 – Ich kann so klein sein, wie ich bin

In der empfehlenswerten Reihe der "Ignatianischen Impulse" hat der ehemalige Provinzial der Deutschen Provinz der Jesuiten, Stefan Kiechle, vor einigen Jahren ein schönes Büchlein mit dem Titel "Spielend leben" geschrieben. Darin reflektiert er (ähnlich und manchmal in Anlehnung an Hugo Rahner) auch das Kindsein:

Dienstag, 19. Dezember 2017

KinderStück 19 – Nicht alleinlassen!

Peter Høegs Roman "Der Plan von der Abschaffung des Dunkels" handelt von traumatisierender Erziehung in staatlichen Bildungseinrichtungen. Unter dem Anspruch, niemanden zurückzulassen, werden auch stark verhaltensauffällige Kinder durch eine Schule gebracht, deren System für sie nicht gemacht ist und ihnen darum zum Alptraum wird.
In den späteren Reflexionen eines der Kinder fällt der paradigmatische Satz:

Sonntag, 17. Dezember 2017

KinderStück 17 - Ohne Kind kein Heim

Die katholische Sozialaktivistin Dorothy Day ist im deutschen Sprachraum weitgehend unbekannt, auch wenn sie im amerikanischen Katholizismus zu einer der prägendsten Personen des 20. Jahrhunderts gerechnet werden muss. Ihr soziales und spirituelles Engagement als "Catholic Worker" lohnt definitiv eine nähere Beschäftigung
Ihre Hinwendung zum christlichen Glauben engt eng zusammen mit Schwangerschaft und Geburt ihrer Tochter Tamar Teresa. Der Schwangerschaft ging eine Zeit des Leidens an der eigenen Kinderlosigkeit voraus:

Freitag, 15. Dezember 2017

KinderStück 15 – Im Spiel ist Heiterkeit und Ernst

Der große Bruder vom großen Karl Rahner hat mindestens ein Buch geschrieben, das zu lesen sich auf jeden Fall lohnt: In "Der spielende Mensch" beleuchtet Hugo Rahner philosophiegeschichtlich und theologisch das Spielen.
Im Spiel wie im Leben gehören Ernst und Gelassenheit zusammen, die konzentrierte Bindung an die Sache und die Welt genauso wie das Losgelöstsein und die Transzendenz.
Über die Erlösung schreibt Rahner:

Donnerstag, 14. Dezember 2017

KinderStück 14 – Lächerlich und kindisch?

In John Williams' Roman "Augustus" wird der gleichnamige römische Kaiser aus den unterschiedlichsten Perspektiven dargestellt, Freunde wie Feinde kommen zu Wort. Am Ende steht ein Brief aus seiner eigenen (fiktiven) Feder an seinen jüdischen Freund Nikolaos, in dem der scheidende Kaiser über sein Leben und Denken reflektiert.
Auch über die Liebe schreibt er ausführlich. Unter anderem dies:

Mittwoch, 13. Dezember 2017

KinderStück 13 - Vom Kinde ergriffen

Andreas Knapp hat eine eingängig-poetische Sprache, in der er religiöse Themen in pointierte Bilder und Worte bringt.
So auch in seinem Gedicht "unterwegs zum kind"1:

Montag, 11. Dezember 2017

KinderStück 11 – Weit ausgreifend in die Zeit

Aus dem Gefängnis Tegel schreibt Dietrich Bonhoeffer im Mai 1944 an den eben geborenen Sohn seines besten Freundes Eberhard Bethge. Er schreibt im klaren Bewusstsein, dass er den nach ihm benannten Dietrich Wilhelm Rüdiger nicht mehr persönlich kennenlernen wird.
Gerade darum reflektiert er die generationenüberspannenden Beziehungen, in denen der Kleine aufwächst:

Sonntag, 10. Dezember 2017

KinderStück 10 - Satt vom Augenblick

In Jostein Gaarders Roman "Die Frau mit dem roten Tuch" kreist der Maildialog zweier ehemals Liebender um die Frage nach Religion, Sinn und ein Dasein über das irdische Leben hinaus.
Dem skeptisch-rationalistischen Steinn schreibt die spirituell offene Solrun:

Samstag, 9. Dezember 2017

KinderStück 9 - Doch nicht adoptiert!

Die Lyrik Hilde Domins fasziniert mich außerordentlich, bis dahin, dass sie diesem Blog den Namen gab. Aber sie hat auch einige Erinnerungsfragmente aufgeschrieben, unter anderem über ihre eigene Kindheit:

Freitag, 8. Dezember 2017

KinderStück 8 - Hauchzart gehalten nach schwerer Geburt

Der Josephsroman von Thomas Mann bietet in vielerlei Hinsicht interessante Deutungen der Heilsgeschichte und der frühbiblischen Religiosität an.
Auch die Geburt des Josef ist ein (im Gegensatz zur biblischen Erwähnung in Gen 30,22ff) seitenlanges und mit vielerlei Andeutungen aufgeladenes Stück des Romans. Die lange auf ihre Mutterschaft wartende Rahel hat die Geburt bis kurz vor den eigenen Tod durchlitten, als Jakob kommt, um nach ihr und dem Kind zu sehen:

Donnerstag, 7. Dezember 2017

KinderStück 7 – Sie treiben mich in den Wahnsinn

Eigentlich sollte an dieser Stelle ein anderer Beitrag stehen, eine fromme und beschaulich-schöne Reflexion zum Thema.
Aber um der Wahrheit Genüge zu tun und aus meinem Herzen keine Mördergrube zu machen, gehört auch das hierher: