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Mittwoch, 6. Dezember 2017

KinderStück 6 – Leben vom Anderen

Joseph Ratzinger hat neben seinen theologischen Werken (und den kirchenoffiziellen Dokumenten als Kardinal und Papst) auch viele geistliche Kleintexte verfasst, von denen sich einer auch mit dem "Kindsein Jesu" beschäftigt:

Samstag, 18. November 2017

Seminar, Orden, Familie - Wo meine Talente schlummern

Wenn ich auf meine inneren und äußeren Lebensverläufe schaue, dann mache ich bezüglich der in den verschiedenen Phasen geweckten oder vergrabenen Talente und Stärken interessante Entdeckungen.

Montag, 13. November 2017

"Für mich ist Jesus Christus alles." Pedro Arrupe zum Geburtstag

Am 14.11.1907 wurde Pedro Arrupe, späterer Generaloberer der Gesellschaft Jesu, in Bilbao geboren. Wäre er nicht am 05.02.1991 gestorben, würde er heute seinen 110. Geburtstag feiern.

Pedro Arrupe war sicher eine der wichtigsten kirchlichen Personen des 20. Jahrhunderts.

  •  Er überlebte 1945 den Atombombenabwurf in Hiroshima und kümmerte sich in der Folgezeit um die Leidenden – eine Zeit, die ihn besonders geistlich sehr prägte. Seine leitende Tätigkeit in Japan machte ihn zu einem besonderen Vermittler zwischen Ost und West. - "Unser Haus war eines der wenigen, die stehenblieben, auch wenn es stark beschädigt war. .... [Es] wurde zu einem Spital. Wir quartierten etwa 200 Verwundete ein, um ihnen zu helfen und sie zu pflegen.

Mittwoch, 1. November 2017

Wer sind sie, "die Heiligen"? Antworten aus einem Gedicht von Andreas Knapp

Wir sind alle zur Heiligkeit berufen!
Dieses Motto aus dem Pontifikat von Johannes Paul II. hat mich schon immer sehr angesprochen. Heute, da wir Allerheiligen feiern und nicht nur der kanonisierten, sondern auch aller unbekannten und unerkannten Heiligen gedenken, bin ich überzeugt, dass es kein elitärer, weit entfernter Weg ist, sondern dass wir alle mitten im Alltag immer näher bei Gott, immer heiliger sein können.

Andreas Knapp beschreibt in seinem Gedicht "die Heiligen", dass es Versehrte sind.
Es sind solche, die die Erfahrung von Gottes Licht und Liebe machen durften und danach nicht weiter leben konnten wie zuvor, weil sie einfach "von innen durchglüht sind" und ihr neues Inneres ausstrahlen.

Samstag, 2. September 2017

Mein Leben als Verfolgter. Ein Gedicht von Andreas Knapp deutet das Evangelium

Über Selbstverleugnung als Voraussetzung der Nachfolge wurde und wird viel Gegensätzliches, viel Gutes und auch viel Quatsch geschrieben. Jesus kündigt im Sonntagsevangelium (Mt 16,21-27) zunächst seinen Passionsweg an und weist den Einspruch des Petrus, dass Gott so etwas doch sicher nun wirklich nicht wolle, radikal ab.
"Darauf sagte Jesus zu seinen Jüngern: Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach." (v24)
Im Zusammenhang der vorhergehenden Leidensankündigung ist diese Aussage wohl so zu verstehen, dass jene, die ihm aufrichtig folgen wollen, das Leiden des Herrn in ihrem Lebensweg freiwillig mitgehen sollen.

Montag, 31. Juli 2017

"Niemanden unzufrieden zurücklassen" – Die Umgangsregeln des Heiligen Ignatius

Das Konzil von Trient (1545-1563): Man muss es sich wohl ein bisschen so vorstellen wie die Verhandlungen, die 2015 zum Klimaschutz-Abkommen von Paris geführt haben – eine große Versammlung von Delegierten und Spezialisten von überall her, die versuchen, Vereinbarungen zu finden, um möglichst einig und effektiv auf die größten aktuellen Herausforderungen zu reagieren.
Ignatius von Loyola konnte einige Mitbrüder aus seinem gerade entstandenen Orden als Theologen auf die Kirchenversammlung entsenden, die sich den aktuellen theologischen und kirchenpolitischen Herausforderungen Luthers und der Reformation stellte.
Eine qualitätvolle Ausbildung auf der Höhe der damaligen Theologie hatten die Jesuiten in Alcalá und an der Pariser Sorbonne erhalten. Das machte sie theologisch geeignet – doch wie sollten sie ihre guten Fachkenntnisse auch wirksam ins Spiel bringen?

Donnerstag, 20. Juli 2017

"Die Liebe Christi ist nicht trennbar" – Ökumenischer Gottesdienst am 73. Jahrestag des 20. Juli 1944

In seiner heutigen Predigt im Ökumenischen Gottesdienst in der Gedenkstätte Plötzensee, der zum Gedenken an die Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime gefeiert wurde, fasste P. Klaus Mertes SJ seine Eindrücke aus Abschiedsbriefen Inhaftierter zusammen.
Was einem Menschen besonders lieb und wichtig ist, so Mertes, das möchte er am Ende seines Lebens noch einmal unmissverständlich zum Ausdruck bringen. "Das ganze Leben noch einmal ausgedrückt im Wort", sagte Mertes.
So tut es Jesus in seinen Abschiedsreden im Johannesevangelium, so tun es die Verurteilten oder auf das Todesurteil Wartenden.

Freitag, 7. Juli 2017

Ein Busch und ein Fisch – Zwei Tabernakelbetrachtungen

Gottes Gegenwart wird in Gotteshäusern katholischer Provenienz vornehmlich in der geweihten Hostie gesucht. Dieses kleine Stück Brot hat seinen regulären Aufbewahrungsort im Tabernakel. In Erinnerung an Gottes Anwesenheit bei seinem durch die Wüste wandernden Volk im Bundeszelt gilt für Christen nun dieses vergängliche "Zelt" (lat. tabernaculum) als Möglichkeit, dem Gott, der über alles hinaus ist, verlässlich zu begegnen.
In der Kunst- und Architekturgeschichte hat der Tabernakel verschiedenste Formen mit unterschiedlichen theologischen Akzentuierungen erhalten:
Von der hängenden Taube, in der die Heilige Gabe als Geschenk des göttlichen Geistes herabzuschweben scheint, über das Schmuckkästchen, das den größten Schatz der Christen bewahrt, bis zur Himmel und Erde, Boden und Gewölbe verbindenden Stele sind zahlreiche Ausformungen zu finden (vgl. auch die Gedanken zum Tabernakel in der Kirche St. Canisius in Berlin Charlottenburg).

An dieser Stelle möchte ich zwei Tabernakel aus meinem derzeitigen Umfeld vorstellen: den Tabernakel aus St. Clara in Berlin Neukölln und den aus dem Christian-Schreiber-Haus in Alt-Buchhorst.
Tabernakelgestalt und theologischer Hintergrund können sich dabei gegenseitig erhellen.

Samstag, 1. Juli 2017

Worum dreht sich mein Leben? Predigtgedanken zu Mt 10,37-42

Jesus zeigt, was in ihm steckt – dieses Evangelium ist wieder einmal ein Hammer!
Ich konzentriere mich nur auf einen Satz, den ich neben den anderen spannenden Aussagen für besonders sperrig und anstößig halte:
"Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig, und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig." (Mt 10,37)

Drei Schritte, ein biblischer, ein heilsgeschichtlicher und ein persönlich-existenzieller, sollen helfen, sich diesem Text anzunähern.

Mittwoch, 31. Mai 2017

Eine aber erinnert sich – Vom Geisteswehen in "Saint Mazie"

Vor Pfingsten ruft die Kirche nach dem Heiligen Geist. Der aber weht bekanntlich nicht nur in den Mauern der Kirche und zeigt sich bevorzugt dort, wo Menschen einander zugewandt sind und sich besonders gegenüber den Bedürftigen öffnen.

Daran musste ich denken, als ich vor kurzem den neuen Roman von Jamie Attenberg, "Saint Mazie", las. Attenberg greift die Lebensgeschichte der New Yorkerin Mazie Phillips-Gordon auf und erzählt, aus verschiedenen Sichtweisen wie eine Reportage zusammengesetzt, deren Leben vor allem in den 1920er Jahren. Hauptsächliche Erzählperspektive ist das fiktive Tagebuch, aber es kommt neben sich erinnernden Bekannten auch die historische echte Mazie in nachgelassenen autobiographischen Fragmenten zu Wort.
Auf diese Weise entspannt sich nach und nach ein Leben, dass in seinen Suchbewegungen und dem Einsatz für die obdachlosen Opfer der Wirtschaftskrise, aber auch in den spirituellen Andockversuchen bisweilen an Simone Weil oder Dorothy Day erinnert.

Mittwoch, 24. Mai 2017

Er ist der Weg ins Unermessliche – Himmelfahrtsgedanken

In der Welt, aus der ich komme, machen Männer sich am Himmelfahrtstag mit ihrem Bollerwagen auf den Weg und trinken, was das Zeug hält.
Vor ein paar Jahren war ich am bayerischen Ammersee und habe mich am Himmelfahrtstag mit vielen Pilgern auf den Weg zum Kloster Andechs gemacht.
Und in diesem Jahr habe ich Gäste, die den langen Weg aus Hessen nach Berlin zum Evangelischen Kirchentag über Himmelfahrt gekommen sind.

Was haben diese drei Dinge miteinander zu tun?
Natürlich, es werden Wege zurückgelegt. Nicht nur das Wetter ermöglicht es, dass so viele unterwegs sind, auch das Thema des Tages fordert dazu geradezu auf.

Freitag, 19. Mai 2017

Sehnsucht und Individualität – Thomas Frings' Gedanken zu Entscheidungsgemeinden

Seinen Krisendiagosen schickt der ehemalige Münsteraner Pfarrer einige Ideen hinterher, die ich einigermaßen einleuchtend finde. 
Darum seien sie hier präsentiert, wenngleich die Phänomene einer kirchlichen Krise in der Diaspora Ostdeutschlands ein ganz anderes Gesicht haben als in der (noch) volkskirchlichen Situation des Rhein- und Münsterlandes. Undifferenzierte Forderungen an die Kirche, Familienfeste mit religiösem Unterfutter zu versorgen und die zugleich eingegangenen Verpflichtungen zu ignorieren, stellen m.E. nicht den Regelfall dar.
Doch die abnehmende Zahl der aktiven Christen und der Mitglieder einer Kirche lassen natürlich auch in unserem Umfeld die Frage aufkommen, was religiös Suchenden denn seitens der Kirche anzubieten wäre.

Dienstag, 25. April 2017

Wer ist Gott für mich? Aussagen zu meinem Gottesbild

Kurz und knapp habe ich neulich formulieren müssen, wie mein Gottesbild aussieht. Hier nun die thesenartigen Aussagen, die sozusagen eine aktuelle Zusammenfassung der auf diesem Blog gesammelten Gedanken sind.

Samstag, 8. April 2017

Palmsonntag im Radio – Auf- und Abstieg des Königs

In diesem Jahr komme ich aus verschiedenen Gründen nicht so viel zum Füttern des Blogs.
Dafür habe ich vor ein paar Tagen an einem Radiobeitrag meiner geschätzten Kollegin Hildegard Stumm mitgewirkt, der am Morgen des Palmsonntags um 7:05 Uhr auf Deutschlandradio Kultur zu hören ist.
Der Link zur Sendung findet sich hier.
Im Folgenden einige Ausschnitte mit (leicht um mündliche Unschärfen bereinigten) Zitaten von mir in der Sendung:

Samstag, 1. April 2017

"Soviel Licht gibt es nicht auf der Welt" – Peter Høeg und Lazarus

In seinem Roman "Der Plan von der Abschaffung des Dunkels" erkundet Peter Høeg die Auswirkungen der brutalen Erziehungswelt in einer dänischen Internatsschule auf das Leben der Heranwachsenden.
Das gesellschaftlich-pädagogische Ideal der Integration von leistungsschwachen, sozial auffälligen und straffällig gewordenen Schülern in eine Schule "für alle" wird konterkariert von der abgrundtiefen Isolation, in die die auf Angst gegründete übergriffige Pädagogik diese Kinder treibt. Das Buch bedient sich dabei regelmäßig der Bilder von Licht und Dunkel, Innen und Außen – und der Grenze, auf der sich der Ich-Erzähler Peter dabei sieht.

Mittwoch, 1. März 2017

Zollstock - Schlüssel - Herz. Drei Symbole für Aschermittwoch

Am Aschermittwoch stellt sich die Frage nach dem, was die Fastenzeit in diesem Jahr für mich bedeuten soll.
Traditionell steht der Aufruf zur Buße als innere Vorbereitung auf Ostern im Zentrum. Das heutige Evangelium konkretisiert diesen Ruf durch die Aufforderung zum Fasten, Beten und Almosengeben. Ich möchte mich diesem Dreigestirn der Fastenzeit heute mithilfe dreier Symbole nähern.

Samstag, 18. Februar 2017

Vollkommen – Das christliche Gottesbild als Aufgabe

Im Evangelium des heutigen Sonntags (Mt 5,38-48) setzt Jesus noch einen drauf: Seine Worte aus der Bergpredigt sind der Höhepunkt! Der ethische Maximalanspruch des Christentums! Das Alleinstellungsmerkmal!

Lass dich von deinem Aggressor noch einmal schlagen! Gib nicht nur das juristisch Geforderte, sondern sogar noch mehr! Begleite freiwillig den, der dich unter Zwang zum Mitgehen fordert! Und schließlich: Halte den, der dir Böses will, nicht nur aus, sondern schließ ihn in dein Herz!

Für die einen sind diese Imperative völlig verstörend und abseitig, für die anderen der entscheidende Grund, sich der christlichen Botschaft zuzuwenden.

Jesu Forderungen sind, das ist ganz klar festzuhalten, eine moralische Überforderung für den Menschen. Es handelt sich nicht um intuitiv einsichtige Gebote, wie das Gebot, nicht zu töten. Aus Respekt vor dem Leben kein Leben auszulöschen, das leuchtet ein.
Aber die Aussagen im heutigen Evangelium widersprechen der Alltagsrationalität radikal, führen sie doch, konsequent weitergedacht, in die Selbstaufgabe. Kann das gefordert werden?

Samstag, 11. Februar 2017

Unbescheiden - Zu Jesu Antithesen

Wenn Jesus im heutigen Sonntagsevangelium (zum Text Mt 5,17-37 auch hier) den Geboten der Tora aus eigener Vollmacht neue Tiefe und Ausdeutung gibt, dann ist schon fraglich, wie ein Mann seiner Zeit in Galiläa überhaupt dazu kommt, mit solcher Gewissheit und solchem Anspruch über die Tora zu predigen.
Wer über die Heiligen Schriften Israels so sprechen kann: "Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist..." (Mt 5,21.27 u.ö.) und gleich dagegen setzt: "Ich aber sage euch..." (Mt 5,22.28. u.ö.), der hat entweder zuviel Selbstbewusstsein – oder in ihm ist wirklich etwas Besonderes.

Freitag, 10. Februar 2017

Auf wen schaut Jesus hinter Gittern?

Im Gefängnis versuche ich auf verschiedene Weise, meinen Gesprächspartnern die aufrichtende Botschaft des Gottes Jesu Christi nahezubringen. Wenn es mir sinnvoll erscheint, spreche ich von Gott, ich verzichte dabei allerdings meist auf konkrete biblische Texte. Bisweilen suche ich aber Anregungen bei der in den Evangelien überlieferten Person Jesu.

In letzter Zeit ist es eine bekannte Perikope aus dem Markusevangelium, die ich als Hilfe anbiete, weil mein Gedanke dazu hoffentlich auch für kirchenferne Menschen (und das ist der Hauptteil derer, mit denen ich Kontakt habe) anschlussfähig ist.